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Wenn der Mieter eine Ladesäule voraussetzen kann – Änderungen im Wohnungseigentumsgesetz

Ladesäulen zur Steigerung der E-Mobilität

Text: tobias

Viele Personen überlegen momentan, sich ein Elektroauto anzuschaffen. Allerdings sehen einige die unzureichende Verteilung der Ladestationen als kritisch an, da diese noch nicht überall verfügbar sind und demnach das Auto bei Bedarf eventuell nicht geladen werden kann.

An dieser Stelle könnte aber bald die neue Reform des Wohnungseigentumsgesetzt eingreifen und den Einsatz der E-Mobilität ein wenig stärken. Obwohl in dieser Reform viele neue Regeln im Eigentumsrecht aufgestellt werden, sollen einige Aspekte vereinfacht werden. So soll beispielsweise eine flächendeckende Ladeinfrastruktur angestrebt werden, indem Mieter mit einem E-Auto eine Ladesäule auf ihrem Parkplatz installieren dürfen.

Für den Mieter bedeutet dies, dass er demnächst eine Ladesäule von seinem Vermieter voraussetzen kann, sofern ein Parkplatz zur Wohnung vermietet wird. Die Kosten muss er zwar selbst tragen, allerdings benötigt er keine Zustimmung von anderen Eigentümern.

Trotzdem gibt es noch einige offene Punkt in dem Gesetz, wie zum Beispiel, was bei dem Anschluss mehrerer Ladesäulen, mit einer veralteten Verteileranlage passiert. Eine Kostentragung aller Eigentümer für eine neue Anlage wird hier wahrscheinlich vorausgesetzt.

Weitere wichtige Änderungen im Gesetz

Weitere Änderungen, die bald nicht mehr die Zustimmung aller Eigentümer, sondern oftmals nur die Mehrheit der Eigentümer benötigen, sind energetische Sanierungen und Umbaumaßnahmen zu einer barrierefreien Wohnung, sowie Maßnahmen gegen Einbruchschutz.

Durch Zustimmungsregelungen, wie unter anderem die zuletzt genannten, soll es künftig einfacher werden, Sanierungsmaßnahmen durchzusetzen, um Eigentumsanlagen modern und in einem akzeptablen Zustand zu halten.

In Bezug auf die Kosten gibt es noch einige offene Punkte. Kosten baulicher Veränderungen müssen in der Regel von allen Eigentümern getragen werden. Allerdings gibt es momentan die Überlegungen, dass Änderungen in Zukunft nur noch von den Personen gezahlt werden soll, die den Maßnahmen zugestimmt haben. Wie dies allerdings im Detail aussehen soll, ist noch unklar.

In Bezug auf Eigentümerversammlungen soll demnächst auch eine Onlineteilnahme möglich sein, damit alle Parteien mit einbezogen werden können und jeder eine Beschlusskompetenz erhält.  

Für eine eindeutige Jahresabrechnung sollen nun die einzelnen Bestandteile genauer geklärt werden.

Momentan ist geplant, dass die Änderungen ab 01.09.2020 in Kraft treten.