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Tradition trifft auf Zukunftsvision

Warum das Zimmerer-Handwerk so innovativ und bedeutungsvoll wie nie ist

Text: alex

Kaum ein Handwerk hat eine so lang überlieferte uralte und gelebte Tradition wie das Zimmererhandwerk. Egal ob die aus dem Spätmittelalter überlieferte Wanderschaft, die traditionelle und typische Zimmererkluft, der gesellige Zimmererklatsch oder das berühmte Richtfest – all das sind
überlieferte und heute noch gelebte Traditionen und Bräuche, die für das Handwerk eines Zimmermanns stehen. Der Stellenwert des Handwerks nimmt immer mehr an Bedeutung nicht nur für den Endkunden, sondern auch für die Wirtschaft sowie die Ökobilanzierung Baden-Württembergs ein.

Vorteil der Innungsbetriebe
Innungen sind freiwillige Zusammenschlüsse von Handwerkern einer bestimmten Berufsgruppe, wie zum Beispiel von Zimmerern. Die Innung dient dabei als übergeordneter Interessenvertreter und ist das zentrale Element, das für den Erfahrungsaustausch sorgt sowie Endverbrauchern die gesamte Bandbreite an Serviceleistungen anbieten kann.
Außer diese umfassenden Leistungen bieten Innungszugehörige Betriebe viele Vorteile für Privatkunden. Der Innung gehören meist nur Meisterbetriebe an – diese können ihren Kunden zertifizierte und exklusive Qualität auf höchstem Ausbildungsstandard liefern. Fachlich und betriebswirtschaftlich sind diese Meisterbetriebe immer bestens informiert und handwerklich stets auf dem neusten Stand. Aber auch das Vertrauen der Kunden ist mit der Innungszugehörigkeit deutlich höher, die Innung dient sozusagen als Gütesiegel für handwerkliche Qualitätsarbeit.

Bauen für die Zukunft
Gerade Baden-Württemberg mit seinen vielen Wäldern bietet sich als ideales Holzbauland an, da Dank der großen Waldflächen der nachwachsende und nachhaltige Rohstoff „Holz“ ideal als Grundlage für das Zimmererhandwerk und die Baubranche genutzt werden kann. Diverse Holzbaubetriebe und innovative Entwicklungen am Markt und der Branche spielen dabei eine wichtige und impulsgebende Rolle für wirtschaftliche Denkweisen und Handlungsanstöße. Das Interesse am modernen Holzbau in architektonisch attraktiven Ausprägungen hat beträchtlich zugenommen und spielt nichrt nur im privaten, sondern
auch im gewerblichen und öffentlichen Sektor eine zentrale
Rolle. In Anbetracht dessen greift die Politik des Landes BadenWürttemberg diese Entwicklung mit ihrer „Holzbau-Offensive“ auf und setzt weitere Impulse, wodurch sich die Holzbauweise in nahezu allen Bereichen der Baubranche weiter etablieren soll.
Holzbauweisen kommen bereits äußerst vielseitig zum Einsatz: Gerade im Wohnungs-, Gewerbe- und Industriebau, Büro- und Verwaltungsbau, bei Beherbergungsstätten, Kitas aber auch Sakralbauten, Sportstätten, im Landwirtschaftsbau und bei Turm- und Brückenbauten findet das Bauen mit Holz großen Anklang und wird immer mehr in Betracht gezogen. Holz ist nicht nur wegen des angenehmen Gefühls und der durchaus schönen und vielseitigen Optik ein beliebter Baustoff – viel
wichtiger werden immer mehr neben dem Schaffen von neuem Wohnraum, die Klimaschutzziele, Bioökonomie sowie Faktoren der Nachhaltigkeit, welche durch die Stärkung der ressourceneffizienten Verwendung von Holzbaustoffen aktiv unterstützt
werden. Mit der „Holzbau-Offensive Baden Württemberg“
kann somit unter Berücksichtigung der Klimaschutzziele rasch, wirtschaftlich und mit hoher Qualität Wohnraum entstehen. 

Vorteile der Holzbauweise
„Städte nachhaltig zukunftsfähig zu machen, rasch bezahlbaren Wohnraum in Ballungsgebieten zu schaffen sowie die ländlichen Regionen weiter zu stärken, und dabei gleichzeitig den Klimaschutz zu verbessern sowie die Ressourceneffizienz zu steigern, sind Zukunftsaufgaben, die es in Baden-Württemberg in den nächsten Jahren konsequent anzugehen gilt. Bauen mit Holz kann bei der Bewältigung dieser Herausforderungen eine zentrale Rolle einnehmen.“ Einer der größten Vorteile der Holzbauweise stellt der Baustoff „Holz“ an sich dar. Holz ist in Baden-Württemberg der wichtigste regional nachwachsende Rohstoff überhaupt. Mit Holz kann die Landesregierung natürliches, bioökonomisch ausgerichtetes und nachhaltiges Bauen fördern und so dazu beitragen einerseits seine Klimaschutzziele zu erreichen, andererseits schnell und qualitativ hochwertigen Wohnraum zu schaffen. Denn gerade in Zeiten, in denen Wohnraum sehr gefragt ist und auch im Ländlichen Raum weiterhin fehlt, kann durch die Holzbauweise dieser
schnell und nachhaltig errichtet werden. Dabei werden zudem Menschen, Verkehr und Umwelt durch die kürzeren Baustellenperioden weniger belastet. Hinzu kommt, dass Holz durch seine besonders guten Dämmeigenschaften den Bau von Passivhäusern begünstigt und damit sämtliche Umweltauflagen problemlos erfüllt. Doch auch was Möglichkeiten und Kreativität betrifft, gibt es bei der Holzbauweise kaum Grenzen. Das Angebot an Hölzern und Holzbau-Formen ist enorm, sodass verschiedenste Holzarten für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke eine kreative Vielfalt an archtektonischen Gebäuden mit detailverliebten Gestaltungsfacetten entstehen lassen können.
Auch im Handwerk ist die Digitalisierung längst angekommen. Gebäude oder besonders hohe und komplexe Bauwerke aus Holz lassen sich mit Hilfe von CAD- und CAM-Daten besonders präzise erstellen. Dank integraler Planung und Vorfertigung sinkt damit auch die Komplexität auf der Baustelle. Die Holzbauweise bietet noch viele weitere überzeugende Vorteile, die du gern in der Broschüre „Holzbau-Offensive Baden-Württemberg“ nachlesen kannst.

Dafür setzt sich die Offensive ein
Die „Holzbau-Offensive Baden-Württemberg“ hat bereits definierte Handlungsfelder festgelegt, in welchen das Land Baden-Württemberg als Vorreiter und Vorbild in der Branche aber auch der Politik fungieren möchte. Dazu gehört unter anderem diverse Landesgebäude in der Holzbauweise zu errichten oder umzubauen. So kann Baden-Württemberg als Vorbildfunktion agieren und die Potentiale des Holzbaus in den Vordergrund stellen. Durch die Verwendung von Holz im Baugewerbe wird kurz- und mittelfristig ein aktiver Beitrag zur CO2- Minderung geleistet, wodurch sich ein großes Handlungsfeld für Baden-Württemberg erschließt. Ökobilanzen und Lebenszykluskosten können mit Hilfe einer vereinfachten Analyse von Holzbauten auf Grundlage der gesammelten Erfahrungswerte kontinuierlich weiterentwickelt werden. Zudem will das Land bei eigenen Holzbauprojekten auf kooperative Planungsmethoden setzen und die
Ausweitung der Möglichkeiten im Wohnraum durch Verdichtung und Aufstockung in den Ballungsräumen schaffen. Doch nicht nur in der Planung und der Realisierungen ist die Holzbau-Offensive aktiv tätig: Forschungsstrategien und Forschungsförderungen des Holzbaus, sowie die Weiterentwicklung von Modernisierungskonzepten in der Holzbauweise, um innovative und technische Lösungsansätze zu erschließen, werden erarbeitet und entwickelt. Die Handlungsfelder der „Holzbau-Offensive Baden-Württemberg“ sind breit gefächert und berücksichtigen natürlich auch den Ausbau einer internationalen Zusammenarbeit sowie die Stärkung und Optimierung von Angeboten zu Aus- und Fortbildungen.

Nachhaltig wie kein anderer Baustoff
Die CO2-Einsparung durch ein Holzhaus ist belegt. Denn inzwischen gehen Experten davon aus, dass rund eine Tonne CO2 pro Kubikmeter Holz gespeichert werden. Das ist eine Erkenntnis, welche auf keinen anderen Baustoff so zutrifft. Die Holzbauweise ist also nicht nur leicht, flexibel und für platzsparende Mehrgeschossbauten geeignet, sie ist demnach auch nachweislich klimafreundlich und nachhaltig. Egal ob Kindergärten in Biberach oder ganze Lagerhallen in Geislingen – die Holzbauweise setzt sich in allen Bereichen der Baubranche immer mehr durch – und das mit Erfolg. Und dabei ist es keinesfalls fragwürdig, ob unser heimisches Holz für diesen steigenden Bedarf überhaupt ausreichend ist. Bereits seit langer Zeit wird beispielsweise in Bayern eine nachhaltige Forst- und Holzwirtschaft vorangetrieben und darauf geachtet, dass so viel Holz nachwächst, wie dem Wald auch entnommen wird. Bei dem verwendeten Holz handelt es sich allerdings – entgegen dem Glauben der meisten Menschen – nicht nur um Fichten-Monokulteren; neben der Fichte kommen durchaus auch andere Holzarten wie Buche, Lärche oder Kiefer in die Auswahl. Auffällig in dieser Entwicklung zu immer mehr Holzbauweisen ist, dass das Interesse an der Herkunft des Holzes immer mehr steigt. Früher war meist der Preis der ausschlaggebende Punkt, wenn es um eine Entscheidung der Kunden ging, heute ist die Nachhaltigkeit des Baustoff es deutlich wichtiger geworden und hat durchaus Einfluss auf die Entscheidung des Kunden. 

Die Ausbildung zum Zimmerer
Allein in Baden-Württemberg werden jedes Jahr ca. 600 Lehrlinge im Zimmerer-Handwerk in den Betrieben ausgebildet.
Das deckt sogar 1/4 der bundesweiten Ausbildungen ab. Eine beträchtliche Summe im Hinblick darauf, dass viele Handwerksberufe immer weniger gefragt sind. Um diese Summen zu erreichen muss natürlich einiges von Länderseite aus getan werden. Hier lautet das Motto „Computersoftware und Holzhardware“, denn in den Holzbaubetrieben haben der Computer für die Arbeitsvorbereitung und zur Erstellung technischer
Zeichnungen sowie CNC-gesteuerte Abbundmaschinen für die Fertigung der Bauteile schon längst ihren festen Platz. Der Umgang mit dieser Technik ist heute Stand der Ausbildung und ein Muss bei der Abwicklung von Holzbauaufträgen.
Diese technisch basierte Seite verbindert der Zimmererberuf mit der urlauten Traditon der Handarbeit. Eine spannende Symbiose, welche den Beruf vermutlich so interessant macht.
Zum Unterreicht gehören neben der Lehre mit dem richtigen Umgang von Holzmaterialien und Baustoff en natürlich auch das technische Zeichnen, Computer-Technologie sowie die Wirtschaftskunde. Nach drei Jahren Ausbildung sind die Lehrlinge dann bestens auf einen chancenreichen und vielversprechenden Werdegang im Zimmerer-Handwerk vorbereitet.
Weiterbildungen und Meisterlehrgänge bieten auch im Zimmerer-Beruf eine tolle Möglichkeit einen eigenen Betrieb zu eröffnen und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.
In Biberach beispielsweise ist die größte Ausbildungsstätte für das Zimmererhandwerk in ganz Deutschland und gilt inzwischen als die „Schmiede“ für Berufsweltmeister. Hier treffen nicht nur Gesellen auf ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungs-Angebot. Auch ausgebildete Zimmermeister erhalten dort tolle Möglichkeiten, sich in Kursen fachlich zu spezialisieren. Das Angebot ist riesig und bietet erstklassige Möglichkeiten sich im Markt fest zu etablieren.